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Vom 31.05. bis 01.06.2010 fand die dritte Meet Magento Veranstaltung in Leipzig statt. Erstmalig erstreckte sich das Vortragsprogramm über zwei Tage, so dass viel Zeit war, über technische und kaufmännische Aspekte von E-Commerce und Magento im Speziellen zu reden. Felix Krüger und ich waren dabei und haben gute und weniger gute Vorträge und einen interessanten Socializing-Abend miterlebt.
Im Fokus der an Entwicklern orientierten Vorträge standen die Dauerbrennerthemen Import und Schnittstellen sowie Performance. Wie man wieder einmal feststellen konnte, sind es diese Themen, die die Entwickler am meisten fordern. So wurden Möglichkeiten vorgestellt, wie man einen Magento-Shop performant konfigurieren und programmieren kann und welche Stellschrauben man betätigen muss. Zur Freude der Entwickler wurde von der Magento-Entwicklungsfirma Varien in den Keynotes verstärkt darauf hingewiesen, dass in späteren Versionen die Schnelligkeit des Shops weiter verbessert werden soll.
Zeit spielt auch bei den Datenschnittstellen und Importen eine große Rolle. So gab es einen interessanten Erfahrungsbericht von der Umsetzung einer SOAP-Realtime-Schnittstelle zur Warenwirtschaft, die die technischen Ressourcen der eingebundenen Hardware an ihre Grenzen gebracht hat. Weiterhin wurden Extensions vorgestellt, die die Anbindung des Magento-Shops an externe Datenquellen vereinfachen sollen. Im Rahmen des Barcamps innerhalb der Meet Magento wurde das Thema „Import von konfigurierbaren Produkten“ thematisiert. An dieser Session habe ich aktiv teilgenommen und konnte meine Erfahrungen aus dem Prediger-Shop beisteuern (zum Relaunch von prediger.de auf Basis von Magento veröffentlichen wir demnächst hier im Blog einen eigenen Beitrag).
Die zweite Hälfte der Vorträge war den Entscheidern gewidmet. Hier konnte man aus den Aussagen der Referenten immer wieder heraushören, dass in der heutigen Zeit die Planung eines E-Commerce-Shops sorgfältig ausgeführt werden sollte. In der Regel stößt ein Webshop auf zahlreiche Konkurrenten, so dass für eine erfolgreiche Teilnahme am E-Business die Schaffung von Wettbewerbsvorteilen ratsam ist. Der Großteil der Referenten sieht diese vor allem in emotionalen Einkaufserlebnissen, auch im Internet. Dies wurde u.a. an der Präsentation von Markenshops oder außergewöhnlichen Konzepten wie z.B. Daily Deal und Einkaufs-Club-Konzepten verdeutlicht. Auf der Beraterseite war zudem immer wieder herauszuhören, dass sich E-Business-Aktivitäten nicht in der Umsetzung eines Magento-Shops erschöpfen sollten. Wichtig ist die Einbindung von E-Business in die Unternehmensstrategie und in einen Großteil der Geschäftsprozesse. Erfahrungsberichte haben gezeigt, dass viele Unternehmen an diesem Punkt gescheitert sind.
Insgesamt waren es interessante und aufschlussreiche Vorträge. Allerdings wurde der Fokus stark auf Grundthemen gelegt. Neue Aspekte gab es mit Ausnahme von Mobile Commerce kaum zu hören. Die Zukunft von Magento liegt vorerst auf funktionalen Verbesserungen und dem Ausbau des Variantenkonzepts von Magento (Community, Professional und Enterprise Edition). Zur Beruhigung der Entwickler wurde versichert, dass die lizenzkostenfreie Community Edition ständig ausgebaut wird und sich im Kern nie von den kostenpflichtigen Varianten unterscheiden wird.

Am Montagabend überraschten die Veranstalter mit einem außergewöhnlich gut organisierten Social Event. Die Teilnehmer der Meet Magento wurden in die Moritz-Bastei eingeladen. Dies ist ein mittelalterliches Kellergewölbe, welches als Veranstaltungsort und Studentenkeller genutzt wird. In tollem Ambiente gab es gutes Essen und nette Gespräche mit anderen Teilnehmern. Zwiespältig, aber irgendwie unterhaltsam war der Auftritt eines Leipziger Freestyle-Hip-Hoppers, der das Thema E-Business zum Teil verkauft und zum Teil aufs Korn genommen hat. Fazit: Felix kann es besser!